Reiseführer Lesbos

Allgemeines über die Griechische Insel Lesbos

Lesbos (in heutiger Aussprache „Lesvos“) ist eine griechische Insel in der Nordost-Ägäis nahe der türkischen Küste und Teil der gleichnamigen Präfektur. Die Bewohner der Insel werden ans Griechische angelehnt auf deutsch als Lesvioten oder Lesvier, nicht als Lesbier bezeichnet. In der Landessprache werden sowohl die Insel als auch deren Bewohner meist nach der Inselhauptstadt Mytilini bzw. Mytilinis genannt.

Wichtige Städte

Mytilene (griechisch Mytilini, türkisch Midilli) ist die Hauptstadt der Insel Lesbos, der Verwaltungsregion Nördliche Ägäis und Hauptstandort der Universität der Ägäis.

Mytilene zählt heute etwa 32.000 Einwohner. Im Hafen der Stadt legt die moderne Schnell-Fähre Richtung Thessaloniki an. Der kleine Flughafen der Stadt ist hauptsächlich für die Tourismusbranche von Bedeutung. In Mytilene ist der Hörfunksender Radio108 beheimatet.

Mytilene ist der Geburtsort von Pittakos, Alkaios, Khair ad-Din Barbarossa und Konstantinos Kenteris.

Mithymna, auch Methymna oder Molivos, ist eine Stadt mit 2433 Einwohnern (Stand 2001) an der Nordküste der griechischen Insel Lesbos.

Die Stadt ist an einen Berg gebaut, auf dessen Gipfel sich eine mittelalterliche Burg befindet. Die ursprüngliche, fast mittelalterlich aussehende Stadt mit vielen kleinen Gassen und Sträßchen die den Berg hinaufführen, ist mit Petra das Haupt-Touristenzentrum der Insel. Dies wird deutlich an vielen in der Umgebung zerstreuten Hotelkomplexen.

Die Gemeinde hat einen langen Strand an dem es verschiedene Freizeit-Aktivitäten wie z. B. Kite-Surfen gibt und einen Hafen, von dem aus auch kleine Schiffe nach Skala Sikamias fahren. Des weiteren befindet sich in der Nähe (in Eftalou) eine heiße Quelle. In den Sommermonaten fährt ein Bäderbus mehrmals täglich zwischen Anaxos-Petra-Molivos-Eftalou und zurück. Obwohl Mithymna das Haupttouristenzentrum der Insel darstellt, ist der Ort sehr ursprünglich geblieben. Die Hauptstadt Mitilini (Mytilene) ist in etwa 1,5 Stunden mit dem Bus erreichbar.

Eresos ist eine Kleinstadt mit etwa 3.000 Einwohnern an der Westküste der ostägäischen Insel Lesbos. Sie besteht seit der Antike und wird als Heimatort der antiken griechischen Dichterin Sappho angesehen.

Geschichte

Die Insel ist seit der Bronzezeit besiedelt. Erstmalig wurde sie in Aufzeichnungen der Hethiter als Laspa erwähnt.

Im Mittelalter wurde die Insel 1355 vom byzantinischen Kaiser Johannes V. Palaiologos dem genuesischen Patrizier Francesco Gattilusio als Dank für dessen Waffenhilfe im Kampf gegen den Gegenkaiser Johannes VI. Kantakuzenos als erbliche Herrschaft verliehen. Die Herrschaft der Gattilusio endete 1462 mit der Eroberung der Insel durch die Osmanen (siehe auch Liste der Archonten von Lesbos). Bis zur Unabhängigkeit Griechenlands verblieb die Insel beim Osmanischen Reich.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Lesbos von deutschen Truppen besetzt.

Namensherleitung

In der griechischen Mythologie hieß auch der Inselpatron „Lezbos“, der Sohn des Lapithes, der Methymna heiratete.

Das Wort lesbisch, im Sinne von weiblich homosexuell, wird vom Namen der Insel abgeleitet, da die berühmte antike Lesvonierin Sappho in ihren Gedichten u. a. von der Liebe zu Frauen sang. Wegen dieser Anspielung ist Lesbos heute häufig touristisches Ziel von Lesben. Dies sehen die lesviotischen Behörden mit großer Skepsis, sie verweigerten früher Passagierschiffen teilweise die Einreise. In der heutigen Zeit liegt das Herzstück der Lesbenbewegung in der im Westen gelegenen Stadt Eressos, zugleich auch Geburtsort von Sappho.

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